Por Upsocl
15 enero, 2021

Im Gegensatz zu dem, was viele Menschen glauben, hasst Belén Álvarez (Argentinien) keine Kinder. Sie möchte einfach nur keine Mutter sein. Sie hat das schon gewusst, als sie noch klein war und die Gesellschaft hat sie immer für ihre Entscheidung verurteilt. In der Bewegung ‘Child Free’ hat sie einen Ort gefunden, an dem sie nicht mehr „das Gefühl hat, verrückt zu sein”.

Im Jahr 2007 war Belén Álvarez (Argentinien) erst 14 Jahre alt. Eine Lehrerin in ihrer Grundschule öffnete ihr den Geist und dadurch wurde ihr vieles klar.

Belén hatte immer daran gedacht, dass sie keine Kinder haben wollte. Das war ihr schon in der Kindheit klar. Man hatte sie damit aber nie ernst genommen. Ihre Schulkameraden sprachen nur über die Namen, die sie ihren zukünftigen Babys geben würden. Als man sie fragte, antwortete sie peinlich berührt, dass sie keine Kinder haben wolle. Durch ihre Antworten fühlte sie sich von nahen Verwandten und Freunden vorverurteilt.

Infobae

Aufgrund der Situation mit ihrer Lehrerin, konnte sie aber feststellen, dass ihre Haltung genauso gut war wie jede andere. Als eine Schulkameradin die Lehrerin bemitleidete, weil sie keine Kinder hatte, wies diese die Klasse zurecht und antwortete mit einer Klarheit, die bei älteren Frauen nur selten zu finden ist.

Sie antwortete ihr, dass sie nicht traurig sei. Sie solle nicht glauben, dass sie keine Kinder bekommen könne. Vielmehr habe sie beschlossen, keine Kinder zu bekommen. Sie hatte auch nicht geheiratet und sie war glücklich so. Und mir, ufff, explodierte der Kopf. Ich spürte das Gleiche, aber ich wusste nicht, ob man ohne diese beiden Dinge leben konnte. Seit diesem Moment war es für mich klarer denn je: ‘Das ist der Lebensstil, den ich möchte’.”

—Belén Álvarez gegenüber Infobae

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Die Zeit verging und Belén bestand weiterhin auf ihrer Haltung. Sie musste alle Befragungen der Menschen aushalten, die sich einmischen wollten oder die ihre Entscheidung wütend machte. Sie war sechs Jahre lang mit jemandem zusammen und die Menschen gingen davon aus, dass sie den Ruf spüren würde” Mutter sein zu wollen. Das ist aber eine Vorstellung, die so nie eintraf.

Sie bemerkte, in ihren eigenen Worten, dass die Gesellschaft nicht daran gewöhnt ist, dass eine Frau über ihren Körper entscheidet” und dass der Körper Privateigentum ist” und dass die Entscheidung Kinder zu bekommen, eine Frage ist, die jede Frau selbst beantworten muss”. 

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Zu einem gewissen Zeitpunkt erfuhr sie von der Existenz der weltweiten Bewegung Child Free. Diese Vereinigung bringt Frauen und Männer zusammen, die nicht planen in ihrem Leben Kinder zu bekommen. Dort fand sie Unterstützung, Trost und Hoffnung.

Ich traf auf eine Welt von Menschen, die das gleiche Gefühl teilten, keine Kinder zu wollen. Wir haben alle ähnliche Erfahrungen. Wir müssen mit der gleichen Tante umgehen, die an Weihnachten darauf besteht: ‘Und wann ist es so weit?’. Plötzlich unterstützte mich die Bewegung ‘Child Free’. Ich fühle mich nicht mehr allein. Ich hatte nicht mehr das Gefühl verrückt zu sein”.

—Belén Álvarez gegenüber Infobae

Belén erklärt, dass sie Kinder nicht hasst und sie verurteilt auch nicht auf moralische Weise diejenigen Menschen, die beschließen Kinder zu bekommen. Sie verstehen vielmehr in dieser Bewegung, dass jeder Mensch seine Wünsche und Pläne im Leben hat. Zu diesen Vorstellungen kann in der Zukunft ein Kind kommen oder einfach auch nicht.

Libre de Hijos Argentina

Die junge Frau ist heute 27 Jahre alt und ist Neurophysiologin. Sie beschloss ihre Entscheidung nach einiger Zeit zu konkretisieren. Nach fast 10 Jahren, in denen sie sich behandeln ließ und viele Absagen und kritische Nachfragen von Ärzten erhielt, konnte sie sich Ende des Jahres 2019 sterilisieren lassen.

Ich kenne so viele alte Menschen, die niemand je besucht und sie sterben allein. Dadurch weiß ich, dass es keine Garantie gibt, wenn du Kinder hast. Außerdem, was? Wirst du ein Kind auf die Welt bringen, damit es dein Krankenpfleger ist? Das finde ich nun wirklich egoistisch”.

—Belén Álvarez gegenüber Infobae

Diese Art von Fällen hilft, um eine Realität zu zeigen, die in diesem Moment nicht mehr abzustreiten ist. Es ist nicht möglich, dass die Frauen keine Entscheidungen über ihre Körper treffen können, vor allem, wenn es um Wertvorstellungen und „moralische Gewohnheiten” geht. 

Infobae

Wir müssen eine Gesellschaft bilden, die auf Respekt für andere Menschen aufgebaut ist. Dabei ist es egal, in welcher Form diese Menschen leben.

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