Por Upsocl
25 noviembre, 2020

Der 76-jährige Gianni Bernardinello stellte Kisten mit Brot, Pizza und Süßigkeiten vor seiner Bäckerei, damit die Bedürftigsten seines durch die Pandemie hart getroffenen Kiezes, sie mitnehmen konnten. Er selbst aber erkrankte an Covid und starb an den Folgen des Virus. Seine Familie, Nachbarn, Freunde und Angehörige sind von seinem Tod zutiefst erschüttert.

Vor ein paar Tagen verließ uns ein richtig großartiger Mensch. Seine während der Corona-Pandemie geleisteten Taten machten ihn in seiner Gemeinde zum Alltagshelden und bescherten ihm sehr viel Anerkennung im Netz.

Als die erste Corona-Welle die italienischen Gesundheitssysteme überlastete und die Wirtschaft zum Kollabieren brachte, beschloss ein bescheidener Bäcker, seinen Mitmenschen zur Hilfe zu eilen: der 76-jährige Gianni Bernardinello stellte Kisten voll mit Brot, Pizza und Süßigkeiten vor seiner Bäckerei im Chinesischen Kiez von Mailand, um den Passanten frische Lebensmittel zur Verfügung zu stellen. 

FB: Gianni Bernardinello

„Um denjenigen, die es brauchen, eine Hilfe zu leisten. Nehmen Sie was Sie brauchen und denken Sie auch an die anderen“, das war das Motto seiner Spendenaktion. Gianni war ein einfühlsamer, hoch solidarischer Mensch. Nachdem er die Lebensmittel platziert hatte, versteckte er sich so schnell wie möglich in seiner Wohnung, um nicht von seinen Stammkunden gesehen zu werden und um sie nicht in Verlegenheit zu bringen.  

„Er sagte, er ließe nur die Überreste zum Mitnehmen auf der Straße, aber ich habe gesehen, wie er mitten am Tag auch frisches, gerade aus dem Backofen geholtes Brot dort ablegte. Er war wirklich sehr engagiert“.

—Alessandra De Luca, Freundin von Gianni, gegenüber NY Times—

Familia Bernardinello, vía NY Times

Doch Gianni steckte sich mit Corona an und starb an den Folgen seiner Erkrankung am vergangenen 9. November in einem Krankenhaus in Mailand.

Er gehörte zu den Risikogruppen, aber trotzdem ging er jeden Tag in seine Bäckerei, um Brot und Backwaren für seine Nachbarn und Freunde zu machen. Seine Töchter flehten ihn ein ums andere Mal an, er möge doch bitte zu Hause bleiben, aber Gianni war nicht aufzuhalten.

FB: Gianni Bernardinello

Ihr Vater antwortete lediglich: „In diesem Haus gab es seit 1930 keinen einzigen Tag, an dem kein Brot gebacken wurde. Nicht einmal während der Bombenangriffe 1943“. Damit meinte er die Bombardierungen auf Mailand während des 2. Weltkriegs.

Gianni Bernardinello war ein Jahr später in einem Vorort nahe Mailand geboren. Seit seinem 12. Lebensjahr arbeitete er, um seine Familie finanziell unterstützen zu können. Er arbeitete unter anderem als Modefotograf und machte später ein kleines Wollgeschäft auf. In den 1980er Jahren beschloss er dann, sich dem Verkauf von Produkten, „die die Menschen immer brauchen werden“, zu widmen.

Infolgedessen erwarb Gianni im Jahr 1989 die Kiezbäckerei Macchi. Bis dahin hatte er noch nie in seinem Leben ein Stück Teig auch nur angerührt. Aber er lernte schnell und eifrig – nach einigen Monaten war er bereits ein Meister im Focaccias, Panettones, Kekse und Süßwaren backen. 

Seine Nachbarn gewannen ihn schnell lieb. Kuchenesser und Kaffeetrinker hörten ihm stundenlang beim Geschichtenerzählen zu; er wurde zu einer wahren Kiezikone. Mit dem Beginn der Pandemie wurde seine Bäckerei zu einem Ort für Lebensmittelspenden und solidarischen Kundgebungen. 

Nach seinem Tod übernimmt jetzt Tochter Samuela die Bäckerei. Für sie ist es wichtig, genau wie ihr Vater es einst war, solidarisch mit den Mitmenschen umzugehen.

FB: Gianni Bernardinello

Ein wahrer Alltagsheld, der sich voll und ganz dem gemeinschaftlichen, uneigennützigen Dienst hingegeben hat. Jetzt ruht er in Frieden.

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