Por Upsocl
23 julio, 2020

„Ich fühlte mich machtlos, als ich sie vom Fenster aus auf der Intensivstation bis zu ihrem letzten Atemzug beobachtete“, sagte der 30-jährige Jihad, der in keiner Sekunde von der Seite seiner Mutter gewichen ist.

Corona hat das Leben von Millionen grundlegend umgekrempelt. Viele sind arbeitslos geworden oder mussten sich zwangsbedingt dem Lockdown unterstellen. Doch am härtesten hat es die getroffen, die an den Folgen der Krankheit gestorben sind. Was dieses tragische Schicksal noch grausamer gemacht hat, ist, dass man seine Liebsten in ihren letzten Stunden nicht mal entsprechend begleiten kann.

Die Mutter des jungen Jihad Al-Suwaiti ist an Corona erkrankt. Da sie mit einer Leukämie-Erkrankung vorbelastet war, waren die Aussichten alles andere als zuversichtlich. Man brachte sie auf die Intensivstation des Staatskrankenhauses Hebron, im Westjordanland (Palästina), und, um weitere Ansteckungen zu vermeiden, erließ man Besuchs- und Annäherungsverbote. Jihad wusste, dass es sehr schlecht um seine Mutter stand, und hielt es einfach nicht aus, in diesen so schweren Stunden nicht bei ihr sein zu können..

Also beschloss er, trotz allem, ihr beizustehen. So kletterte er jeden Tag die Wände des Gebäudes hoch, um ihr vom Krankenhausfenster aus Gesellschaft zu machen. Bis zum Tag ihres Todes, wo er sie zum letzten Mal verabschiedete. 

Twitter Mohamad Safa

COVID-19 hat den Tod von Tausenden gefordert. Auch den von Jihads Mutter, die erbittert die Krankheit bekämpft hatte, aber trotzdem an ihr zugrunde ging.

Twitter Mohamad Safa

Für Jahid war es ein maßloser Verlust. Er war der Jüngste ihrer Söhne und hatte eine sehr nahe Beziehung zu ihr. 

„Ich fühlte mich machtlos, als ich sie vom Fenster aus auf der Intensivstation bis zu ihrem letzten Atemzug beobachtete“.

Sagte Jihad zu Post.

Twitter Mohamad Safa

Die Bilder dieser schmerzvollen Geschichte gingen auf den Sozialen Netzwerken viral. Man machte sogar eine Zeichnung, wo Jihads Mutter bis zu ihrem am Fenster hockenden Sohn hinschwebte, um ihn zum Abschied ein letztes Mal zu streicheln.

Lokalen Medien zufolge, soll der Vater der Familie schon seit 15 Jahren gestorben sein. Die Lage habe sich für sie jetzt ungemein verschlechtert.

Archivo personal

Der Älteste von den Geschwistern sagte in der Presse, das Sicherheitspersonal des Krankenhauses habe oft versucht, Jihad wegzujagen. Er habe aber nicht gehorcht, weil ihm seine Mutter wichtiger gewesen sei.

Für diese Familie wird nichts mehr wieder dasselbe sein, genauso wie für unzählige andere, die heute aufgrund Corona um einen Verwandten oder Freund trauern. Deswegen müssen wir dieser Pandemie bald ein Ende setzen, die Sicherheitsmaßnahmen respektieren und auf uns selbst aufpassen. Es hängt nur von uns ab.

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