Por Upsocl
18 noviembre, 2020

Es war nicht immer einfach. Candice vermisst oft ihre Heimatstadt Utah. „Mexiko fordert mich jeden Tag aufs Neue heraus, aber ich bereue nichts“, versichert sie.

Die Liebe treibt uns Menschen zu vorher vielleicht unvorstellbaren Taten. Viele sind sogar in der Lage, alles für diese geliebte Person hinter sich zu lassen. Das trifft auch auf Candice zu, eine US-amerikanische Staatsbürgerin, die, nachdem ihr mexikanischer Ehemann von den Ausländerbehörden abgeschoben wurde, kurzerhand beschloss, mit ihm in sein Heimatland zu ziehen.  

Auf ihrem Instagram-Konto nennt sie sich “La Guerita”. Vor kurzem gab sie in einem Beitrag ein Statement ab, mit dem sie bestätigte, dass sie absolut nichts bereute. Zwar hat sie viele Annehmlichkeiten in den USA zurückgelassen, aber sie beteuert, dass das gemeinsame Leben mit Fidel und ihrer Familie in der Kleinstadt Puebla trotzdem das Beste sei.

@_laguerita70

Mexiko fordert mich jeden Tag aufs Neue heraus, aber ich bereue es nicht, in diesem Land zusammen mit meinem Ehemann und unseren zwei Kindern zu sein. Ich tat, was das Beste für meine Familie war; und meine Kinder wachsen glücklich an der Seite ihrer beiden Eltern auf“, sagte Candice im Gespräch mit La Opinión.

Aus Sicherheitsgründen, bevorzugte es die Frau, nur als Candice identifiziert zu werden und nicht ihren wahren Namen anzugeben. Sie lernte ihren aktuellen Ehemann Fidel im Jahr 2007 auf einer Party mit Freundinnen kennen

@_laguerita70

„Er gefiel mir auf den ersten Blick. Er hatte ein wunderschönes Lächeln und war unglaublich gutaussehend. Mich beeindruckten seine Stiefel, sein Cowboyhut und sein roter Truck“, erzählte sie weiter. 

„Von da an, schickten wir uns gegenseitig Textnachrichten auf Spanisch. Bevor ich ihn kennenlernte, hatte ich bereits ein bisschen Spanisch gelernt. Und durch Duolingo verbesserte ich meine Spanischkenntnisse, nur um mit ihm reden zu können“, fügte sie hinzu.

@_laguerita70

Nach nur einem Jahr Beziehung, wurde sie mit ihrem ersten gemeinsamen Kind schwanger. 2009 kam dann Diego auf die Welt und sie beschlossen, als Familie zusammen zu wohnen. Er arbeitete sechs Tage die Woche und hatte sehr wenig Zeit zum Ausruhen. Sie hingegen arbeitete und studierte nebenbei Strafrechtspflege und Human Services. 

Mit 17 Jahren kam Fidel in die USA. Fast zwei Jahrzehnte lang lebte er dort undokumentiert. Das war zwar immer ein delikates Thema für die Familie, brachte aber nie ihre gemeinsame Beziehung in Gefahr. 

@_laguerita70

 „Er hatte Angst auf dem Weg zur Arbeit plötzlich festgenommen zu werden“, sagt Candice. Bis der Alptraum eines Tages wahr wurde. 

Nach Schichtende stießen Fidel und ein Kollege auf einen Polizisten, der ihre Ausweise sehen wollte; da fing für Fidel das ganz große Unheil erst an. „Mein Mann konnte sich nicht ausweisen. Der Beamte nahm ihn fest und rief bei den Migrations- und Grenzbehörden an“, erinnerte sich Candice zurück.

@_laguerita70

„Mir blieb die Luft weg. Ich wusste nicht, was ich machen sollte. Die Polizei sagte uns, man hätte ihn wegen Verdachts auf Werkzeugdiebstahl verhaftet“, fügte sie hinzu.

2016 heirateten sie endlich, kurz bevor man Fidel definitiv abschob. „Wir konnten uns bei der Trauung nicht einmal umarmen. Es war sehr traurig. Die Hochzeitsfeier fand zwischen einer kugelsicheren Glasscheibe statt“. 

Man hielt fast ein Jahr in Polizeigewahrsam in Utah fest. Nichts konnte die letztendliche Abschiebung verhindern. Am 1. August 2017, musste der 36-jährige Fidel das Land verlassen. 

Eine Woche später flog Candice nach Mexiko, um ihrem Mann einen zweiwöchigen Besuch abzustatten. Doch einen Rückflug gab es nicht. Sie sah, wie ihre Sohn trostlos am Flughafen weinte und beschloss kurzerhand, in Mexiko zu bleiben.

@_laguerita70

„Ich wollte meinen Sohn nie wieder so traurig sehen müssen“, erklärte sie. Seitdem lebt sie in Mexiko, und obwohl die ersten Monate sehr schwer waren, ist sie mit ihrer Entscheidung zufrieden. 

Jetzt müssen sie sich keine Sorgen mehr um Ausweiskontrollen oder Abschiebungen machen. „Wir mussten nicht mehr bangen“, sagte sie. 

Nichts konnte sie voneinander trennen.

Puede interesarte