Por Upsocl
7 enero, 2021

Während seiner Schulzeit erlitt er Mobbing und Diskriminierung von Mitschülern und Lehrern. Sein Vater wollte das verhindern: Ich hatte zuerst vor, nur bis zum vierten Semester zu studieren, das war die Zeit, die er würde brauchen müssen, um zu sozialisieren. Aber er hat mich zu mehr angespornt und gemeinsam haben wir das Studium bis zum Schluss durchgezogen“, erzählt der Mann.

Luís Felipe Soares ist 47 Jahre alt, arbeitet als Industriemechaniker und lebt zusammen mit seiner Familie in der brasilianischen Küstenstadt Vitória. Seinem Sohn Lucas wurde mit 12 Jahren Asperger-Syndrom festgestellt, weshalb seine Schulzeit stets von Schwierigkeiten und Unbehagen geplagt war. Lucas wurde häufig zum Opfer von Diskriminierung und Vorurteilen. Als er seinen Eltern dann vorlegte, er wolle Jurist werden, blieb seinem Vater nichts anderes übrig, als ihn während seines Studiums zu begleiten.

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Dieser Vater von drei Kindern beschloss kurzerhand, sich an der Uni einzuschreiben, um seinem Sohn eine Stütze zu bieten. Das half Lucas, um selbstbewusster mit seinem Asperger-Syndrom umzugehen und sich unter seinen Kommiliton*innen wohler zu fühlen. An seinem ersten Unitag musste er sich vorstellen und sprach auch gleich seine persönlichen Umstände an. Für ihn war damals und ist heute auch immer noch klar, dass sein Asperger-Syndrom keine Hürde für ihn darstellt. „Wir entwickeln uns als Einzelpersonen und als Gesellschaft durch das Zusammenleben und die Inklusion“, sagte damals der heute 23-Jährige. 

„Ich war sehr nervös und hatte auch ein bisschen Angst davor, wieder die Schulbank zu drücken. Vor allem, weil ich einen exaktwissenschaftlichen Abschluss abgelegt habe. Aber Lucas hat mich mit seiner Ausstrahlung beruhigt. Ich hatte zuerst vor, nur bis zum vierten Semester zu studieren, das war die Zeit, die er würde brauchen müssen, um zu sozialisieren. Aber er hat mich zu mehr angespornt und gemeinsam haben wir das Studium bis zum Schluss durchgezogen (…) Lucas war einer mehr im Vorlesungsraum. Alle Hausarbeiten und Examen musste er genauso wie der Rest ablegen. Er hat das Studium durch seine eigene Leistung geschafft“.

– sagte Luís Felipe Soares gegenüber Noticias UOL

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Zusammen studierten sie sich durch die immer komplizierten Gesetzestexte und heute sind beide frischgebackene Juristen. Im Februar dieses Jahres werden sie dann ihre Uni-Diplome überreicht bekommen. Trotz der Befürchtungen seines Vaters, war es für Lucas kein großes Problem, sind in der Uni einzuleben und neue Freundschaften zu schließen. Jetzt während Corona, vermisst Lucas sogar seine Kommilitonen. Am Ende war der Papa nervöser als der Sohn.  

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„Am ersten Unitag war mir ganz bange zumute. Ich war nervös, weil ich nicht wusste, wie alles werden würde, wie ich damit umgehen sollte. Alles war sehr neu für uns. Am Anfang war es sehr schwer (…) Es gibt nichts, was er nicht erreichen könnte. Wenn er Menschen hat, die ihn unterstützen und an ihn glauben, kann er die Welt verändern. Wirklich, ich glaube, dass die Welt mehr Menschen wie uns braucht. Menschen, die an andere Menschen glauben, die ihnen eine andere Perspektive der Welt bieten. Menschen, die helfen und solidarisch sind. Wenn man das hat, dann kann man auch alles erreichen“.

– Statement von Luis Felipe bei TV Gazeta

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Jetzt fehlt nur noch, dass man sie auch vom Brasilianischen Juristenverband offiziell als Juristen anerkennt. Das sollte für sie aber kein Problem werden. Für sie ist keine Hürde zu groß.

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