12-jähriges Mädchen infizierte sich mit der tödlichsten Amöbe der Welt und überlebte, obwohl Ärzte ihr eine 99%ige Sterbewahrscheinlichkeit gegeben hatten

Por Josefina Reyes
11 June, 2026

Juli 2013. Kali Hardig war 12 Jahre alt, als sie im Wasserpark Willow Springs am Stadtrand von Little Rock, Arkansas, schwimmen ging. Was niemand wusste: Im Wasser verbarg sich Naegleria fowleri, eine mikroskopisch kleine Amöbe, die das menschliche Gehirn zerstören kann. Die Amöbe drang durch ihre Nase ein, wanderte entlang des Riechnervs und begann, Nervenzellen zu zerstören. Zuerst kamen heftige Kopfschmerzen. Dann begannen sich ihre Augen nach hinten zu verdrehen. Als ihre Eltern sie ins Krankenhaus brachten, hatten die Ärzte bereits genug gesehen: Sie gaben ihr nur eine einprozentige Chance, die Nacht zu überleben.

In den vorangegangenen fünfzig Jahren hatten von 128 dokumentierten Fällen weltweit nur zwei Patienten überlebt. Die Ärzte kontaktierten die Centers for Disease Control, die aus Deutschland ein experimentelles Medikament namens Miltefosin schickten, das für eine andere Art von Infektion entwickelt worden war. Die Lieferung ging unterwegs verloren. Als sie schließlich ankam, wurde es Kali direkt über einen chirurgisch implantierten Zugang ins Gehirn verabreicht. Wochenlang blieb sie bewusstlos, auf der Intensivstation an ein Beatmungsgerät angeschlossen und außerstande, selbst zu atmen.

Dann reagierte ihr Körper langsam. In den Tests wurden keine Spuren der Amöbe mehr nachgewiesen. Mit intensiver kognitiver und körperlicher Therapie gewann Kali ihre Fähigkeiten zurück. In weniger als einem Jahr stieg sie wieder in ein Schwimmbecken. Zehn Jahre später beschrieb sie es mit der Präzision von jemandem, der oft darüber nachgedacht hatte: „Sie nannten es ein Todesurteil, sobald sie diese winzigen Amöben in meiner Flüssigkeit sahen“. Heute nutzt sie ihre Geschichte, um für Wassersicherheit zu werben. Sie bleibt einer der seltensten Menschen auf dem Planeten: jemand, der Naegleria fowleri gegenüberstand und gewann.

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