Cagliari, Italien, 2. Dezember 1991. Der Immunologe Fernando Aiuti stand vor einer Gruppe von Journalisten und küsste Rosaria Lardino, eine 25-jährige Frau, die mit HIV lebte, auf den Mund.

Zu dieser Zeit hatte die WHO eine Übertragung durch Speichel noch nicht vollständig ausgeschlossen, und Millionen HIV-positiver Menschen sahen sich allein wegen ihrer Existenz brutaler Ablehnung ausgesetzt. Aiuti und Iardino hatten es gemeinsam geplant: Sie wussten, dass kein wissenschaftlicher Artikel so viel dazu beitragen würde, diese Angst zu stoppen, also beschlossen sie, es mit ihren eigenen Körpern vor den Kameras zu beweisen.

Das Foto schaffte es auf die Titelseiten in Japan, Russland und Italien und wurde zu einem der kraftvollsten Symbole gegen die Diskriminierung von Menschen mit AIDS. Aiuti starb 2019 im Alter von 83 Jahren, und Lardino verabschiedete sich auf Twitter von ihm und nannte ihn „meinen Kussmann“.
