Jedes Mal, wenn Deanna Dikeman sich von ihren Eltern in Sioux City, Iowa, verabschiedete, holte sie ihre Kamera heraus. Sie standen immer dort, in der Haustür ihres Hauses, und winkten, während das Auto davonfuhr. Es war eine so kleine, so oft wiederholte Geste, dass sie fast unbemerkt blieb. Fast.
Ab 1991 und 27 Jahre lang fotografierte Deanna dieses Ritual ohne Ausnahme. Die Serie — die sie ‘Leaving and Waving’ nannte — barg mehr als nur Abschiede: Sie hielt den Lauf der Zeit in den Körpern ihrer Eltern fest, einen Hund, der alt wurde und verschwand, ihren eigenen Sohn, der vom Kind auf dem Rücksitz dazu wurde, selbst am Steuer zu sitzen. Ein ganzes Leben, eingerahmt von derselben Haustür.

Als ihre Mutter im Oktober 2017 starb, fotografierte Deanna diese Haustür erneut. Da war niemand. Keine Hand in der Luft, kein Lächeln aus der Garage. Nur das leere Haus. Und genau dieses Bild — das der Abwesenheit — erinnerte sie an etwas, das wir alle wissen und doch vergessen: Irgendwann, ohne Vorwarnung, kommt der letzte Abschied. 💛
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