Es war 18:30 Uhr am Abend des Dienstags, 30. Juni, als sich der gesamte Himmel über Caracas in ein fast apokalyptisches Rot verwandelte. 🌅 Nur sechs Tage zuvor hatten zwei Erdbeben der Stärke 7.2 und 7.5 Venezuela erschüttert, sodass viele das Phänomen als böses Omen sahen.

Doch daran war nichts Übernatürliches. Der Meteorologe Rubén Capote nannte es „candilazo“, den gebräuchlichen Namen für Rayleigh-Streuung: Wenn die Sonne tief am Horizont steht, durchdringt ihr Licht mehr Atmosphäre und die Rottöne verstärken sich. Staub aus der Sahara und Feuchtigkeit in der Luft hätten den Rest bewirkt und auch den Himmel über Carabobo und Anzoátegui rot gefärbt.

Der Astronom Edward Bloomer von den Royal Museums Greenwich war deutlich: reine Optik, keinerlei Verbindung zu den Erdbeben. Trotzdem gingen die Bilder um die Welt, während Rettungsteams am Boden weiterarbeiteten. 🇻🇪

