Ameneh Bahrami wartete sieben Jahre darauf, dass das Gesetz ihr erlaubte, ihren Angreifer zu blenden, und im Operationssaal beschloss sie, ihm zu vergeben

Por Krishna Medina
27 August, 2026

Die Iranerin Ameneh Bahrami war 26 Jahre alt, als ihr ehemaliger Universitätskommilitone Majid Movahedi ihr aus Wut über die Ablehnung seiner unzähligen Heiratsanträge Säure ins Gesicht schüttete.

Aufgrund der Schäden in ihrem Gesicht unterzog sich Bahrami sowohl in ihrem Land als auch im Ausland 17 Operationen, doch die Ärzte konnten ihr Augenlicht nicht wiederherstellen. Sie verlor das Sehvermögen auf beiden Augen.

Das iranische Gesetz der Qisas, das auf dem Prinzip „Auge um Auge“ beruht, erlaubt es einem Opfer, zu verlangen, dass sein Angreifer eine Strafe erhält, die dem erlittenen Schaden entspricht. Daher forderte Bahrami, dass auch Movahedi geblendet werde.
Das Gericht akzeptierte ihre Forderung: fünf Tropfen Schwefelsäure in jedes seiner Augen.

Am 31. Juli 2011, nachdem sie fast sieben Jahre gewartet hatte, war die Vollstreckung des Urteils vorbereitet.

Die Bestrafung wurde live im Staatsfernsehen übertragen, doch als der Arzt gerade die Säure auftragen wollte, sagte Bahrami: Es reicht. Obwohl sie die Gelegenheit hatte, ihrem Angreifer das Augenlicht zu nehmen, entschied sie sich für Vergebung.

Sie erklärte, dass Vergebung im Moment größter Stärke mehr wert sei als Rache und dass nichts, was man ihm antun würde, ihr zurückgeben könnte, was sie verloren hatte. Movahedi blieb im Gefängnis und wartete auf eine alternative Strafe. Bahrami blieb für immer blind, entschied sich jedoch, den Schmerz, der sie gezeichnet hatte, nicht zu wiederholen.

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