Als dieses Baby in Australien zur Welt kam, bemerkten die Ärzte sofort etwas Außergewöhnliches an ihrem rechten Bein: Ihr Knie war um etwa 50 Grad nach hinten überstreckt und befand sich in einer Stellung, die völlig unnatürlich wirkte.

Am erstaunlichsten war, dass die während der Schwangerschaft durchgeführten Ultraschalluntersuchungen unauffällig gewesen waren und es keine offensichtlichen vorgeburtlichen Faktoren gab, die auf die Fehlstellung hätten schließen lassen.
Die Fachärzte stellten eine angeborene Knieluxation fest, eine äußerst seltene Erkrankung mit einer geschätzten Häufigkeit von nur 1 von 100.000 Geburten.
Das Röntgenbild zeigte eine Überstreckung von etwa 53 Grad und eine abnorme Verschiebung des Gelenks. Das Baby schien jedoch keine Schmerzen zu haben, als die Ärzte ihr Bein vorsichtig bewegten.

Und es gab gute Nachrichten: Das Knie ließ sich von Hand in eine normale Position bringen, blieb zunächst aber nicht stabil.
Die Ärzte versuchten, die Fehlstellung mit einem Gurt zu korrigieren, als sie zwei Tage alt war, doch das funktionierte nicht.

Am nächsten Tag legten sie einen Gipsverband an, der das Gelenk in der richtigen Ausrichtung halten konnte. Anschließend wechselten sie den Gips über mehrere Wochen hinweg.
Mit 6 Wochen zeigten Röntgenaufnahmen, dass das Knie nun richtig ausgerichtet war.
Das beeindruckendste Ergebnis zeigte sich jedoch erst mit der Zeit.
Bei Kontrolluntersuchungen im Alter von 12 und 24 Monaten konnte sich das Mädchen selbstständig fortbewegen und hatte keinerlei Bewegungseinschränkungen. Ihrer Mutter zufolge entsprach ihre motorische Entwicklung der ihrer älteren Geschwister.

Was bei der Geburt alarmierend wirken konnte, nahm schließlich einen ganz anderen Verlauf: Eine frühzeitige Behandlung korrigierte eine Fehlstellung, die etwa eines von 100.000 Babys betrifft.
