Ecuadors Nationalversammlung verabschiedete am 17. März 2026 ein Gesetz, das Gefangene verpflichtet, zu arbeiten, um ihren eigenen Bedarf im Gefängnis zu decken. Vierundachtzig Stimmen dafür, zweiundsechzig dagegen, zwei Enthaltungen. Der Vorschlag der Abgeordneten Inés Alarcón gelangte als Lösung in die öffentliche Debatte, die Insassen dazu zwingen würde, durch eigene Arbeit für ihr Essen zu bezahlen.

Doch diese Idee, die es in die Schlagzeilen schaffte, ist nur ein Teil eines viel umfassenderen Pakets. Der eigentliche Text schafft ein Geheimdienstsystem für Gefängnisse, stuft das Gefährlichkeitsniveau der Insassen neu ein und ermächtigt Wärter, rechtmäßig Gewalt anzuwenden. All dies folgt auf ein Jahr, in dem die Todesfälle in ecuadorianischen Gefängnissen um 268% stiegen, von 331 Fällen im Jahr 2024 auf 1,220 im Jahr 2025.

Die Oppositionspartei Revolución Ciudadana stimmte dagegen und wies darauf hin, dass das Gesetz nicht von einem echten Haushalt begleitet wird. Der Text wartet nun auf die Unterschrift von Präsident Daniel Noboa, um Gesetz zu werden.

