DIE FRAU, DIE DIE WELT MIT PUNKTEN FÜLLTE, IST NICHT MEHR DA – YAYOI KUSAMA IST GESTORBEN (1929 – 2026)

Por Alexander López
27 August, 2026

Yayoi Kusama starb am 14. August 2026 in einem Tokioter Krankenhaus.

Sie war 97 Jahre alt. Die Welt erfuhr erst am 27. August davon, als ihr Museum und ihre Stiftung eine kurze Erklärung ohne Angabe der Todesursache veröffentlichten, in der eine einzige Zeile stand, die alles sagt: Sie malte bis zu ihren letzten Tagen.

Sie wurde 1929 in eine wohlhabende japanische Familie hineingeboren, die nie verstand, was sie als Kind an den Wänden sah. Kusama hatte schon in jungen Jahren Halluzinationen: Blumen, die zu ihr sprachen, Punkte, die alles bedeckten, was sie ansah. Statt sie zu verbergen, malte sie sie.

Ende der 1950er-Jahre ging sie nach Seattle und dann nach New York, allein und unfähig, gut Englisch zu sprechen, um in eine von Männern dominierte Kunstszene einzutreten, die sie dort nicht haben wollte. Sie war eine Frau und sie war Japanerin. Sie blieb trotzdem.

Aus diesen Halluzinationen entstanden ihre Infinity Nets, ihre riesigen Kürbisse und die Spiegelräume, in denen man sich zwischen Tausenden von Polka-Dots verliert, die sich bis ins Unendliche wiederholen. In den 1960er-Jahren organisierte sie Performances mit Körperbemalung gegen den Vietnamkrieg.

Sie verbrachte einen großen Teil ihres Lebens freiwillig in einer psychiatrischen Klinik in Japan, und von dort aus schuf sie weiter, ohne je aufzuhören.

2022 wurde eines ihrer Gemälde für 10.5 Millionen Dollar verkauft. 2023 überzog sie gemeinsam mit Louis Vuitton die Champs-Élysées mit Polka-Dots. 2013 war sie in Buenos Aires.

Sie machte aus dem, was andere vielleicht als Krankheit bezeichnet hätten, eine Sprache, die die ganze Welt verstand. Sie ging still. Aber sie ließ die Punkte leuchten.

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