Die ganze Welt ist mit einem Kloß im Hals aufgewacht. Die Familie von Bonnie Tyler, der ikonischen walisischen Sängerin, die mit ihrem unvergesslichen „Total Eclipse of the Heart“ den gebrochenen Herzen von Millionen den Soundtrack lieferte, hat soeben ihren unerwarteten Tod im Alter von 75 Jahren in einem Krankenhaus in Portugal bekannt gegeben.
Ihre unverwechselbare heisere, raue Stimme ist für immer verstummt, doch das Vermächtnis ihrer Lieder und die tief bewegende Geschichte von Widerstandskraft, die ihr persönliches Leben prägte, werden auf ewig nachhallen.
Während die Bühnenlichter strahlten und die Welt sie vergötterte, kämpfte Bonnie im Stillen einen gewaltigen emotionalen Kampf: den einer unzerbrechlichen Liebe, die den schmerzhaften Verlust überstand, keine Familie aufbauen zu können, nach der sie sich so sehr sehnten.
Eine von Ruhm auf die Probe gestellte Liebe: Mehr als 50 Jahre zusammen
Anders als der turbulente Lebensstil der Megastars der 80er war Bonnies Liebesleben (deren richtiger Name Gaynor Hopkins war) ein absolutes Sinnbild für Stabilität. 1970, bevor die Welt ihr Talent kannte, lernte sie Robert Sullivan kennen, einen ehemaligen olympischen Judowettkämpfer und Manager eines Nachtclubs.
Sie heirateten im Juli 1973 und ließen von da an nie mehr die Hand des anderen los. „Das Geheimnis unseres Erfolgs ist, dass wir uns kennengelernt haben, bevor ich berühmt war“, pflegte Bonnie zu sagen. Gemeinsam bauten sie ein Imperium auf, aber vor allem schufen sie ein sicheres Zuhause, in dem Ruhm keinen Platz hatte.
Der härteste Schlag: Die geraubte Mutterschaft
Obwohl sie beruflich alles hatten, stand das Paar vor einem herzzerreißenden Hindernis. Eingenommen von Welttourneen, Tonstudios und dem Wahnsinn der Branche, schoben sie die Entscheidung, Eltern zu werden, auf.
Als sie schließlich beschlossen, es mit dem lang ersehnten Baby zu versuchen, wurde Bonnie mit 39 schwanger. Doch das Schicksal war grausam: sie erlitt im Alter von 40 Jahren eine Fehlgeburt, ein verheerender Schlag, von dem sie sich nie genug erholen konnten, um erneut ein Kind zu empfangen.
„Wir haben es zu spät gelassen… Ich hatte kein Glück“, erzählte die Sängerin Jahre später mit einer vor Emotionen erstickten, aber von Resignation erfüllten Stimme.
Liebe vervielfacht: „Unser Haus war ein Bahnhof“
Jede andere Hollywood-Ehe wäre nach einem solchen Verlust zerbrochen, doch der Schmerz brachte Bonnie und Robert nur noch näher zusammen. Da sie keine leibliche Mutter sein konnte, richtete der Rockstar all ihre Liebe und ihren enormen mütterlichen Instinkt auf ihre Großfamilie.
Sie wurde zur geliebten „Tante Gaynor“ für 16 Nichten und Neffen und 5 Patenkinder. „Unser Haus ist wie die Paddington Station, weil uns jeder besuchen kommen will“, scherzte sie.
Bonnie bewies, dass Mutterschaft nicht nur im Mutterleib getragen wird, sondern in der unendlichen Fähigkeit, den Menschen um einen herum Liebe zu schenken.
Ein Abschied, der die Seele zerreißt
„Die Stimme meiner Jugend ist verstummt. Ich habe mit ihren Liedern geweint und heute weine ich um sie. Was für eine schöne und schmerzhafte Liebesgeschichte sie mit ihrem Ehemann hatte. Flieg hoch, Königin“, schrieb ein Follower in einer emotionalen Hommage, die sich bereits auf der ganzen Welt verbreitet.
