Schaut ihn euch an, wie er weint. Wofür weint ein Mann, der bereits alles hat, was der Fußball geben kann?
Er weint nicht wegen des Pokals: Den hat er schon in die Höhe gestemmt. Er weint wegen etwas anderem, etwas, das schwerer zu benennen ist. Er weint, weil sie nur einen Atemzug davon entfernt waren, auszuscheiden, zwei Tore zurücklagen, sein Elfmeter gehalten wurde und die Netze schon sein Begräbnis sangen.
Vielleicht sind diese Tränen Tränen der Erleichterung: Wer durch ein Wunder gerettet wurde, weint anders als der, der mühelos gewinnt. Vielleicht sind es Tränen der Erschöpfung, der Erschöpfung, zwanzig Jahre lang ein Land auf dem Rücken getragen zu haben, ohne je die Arme sinken zu lassen. Vielleicht, und das ist die tiefste von allen, sind es Abschiedstränen: Er weiß, dass jede Weltmeisterschaft die letzte ist, dass die Uhr nicht verhandelt, dass er bereits mehr Spiele hinter sich hat als vor sich.

Der Fußball hat ihm alles gegeben, und genau deshalb schmerzt er ihn jetzt anders: so, wie es schmerzt, wenn man weiß, dass man etwas vermissen wird.
Ein Mann, der alles gewonnen hat und weint wie ein Kind, das Angst hat zu verlieren. Auch das ist Größe: weiter zu fühlen, nachdem man alles hat.
Weine nicht, Lionel. Du bist noch hier. Und solange du es bist, träumen wir alle.
