Eine Bombe. Genau der Ort, an dem Edin Dzeko mit seinen Freunden Fußball spielte. Und er, kaum sechs Jahre alt, war aus einem einzigen Grund nicht dort: Seine Mutter sagte nein.

Es war die Belagerung von Sarajevo, und der kleine Edin ging hinaus, um zwischen Raketen einen Ball zu treten, als wäre der Krieg nur ein Hintergrundgeräusch. Sein Haus war bereits bombardiert worden — die ganze Familie lebte zusammengepfercht in der Wohnung seiner Großeltern. Aber Dzeko spielte trotzdem weiter, jeden Tag, ohne Angst. Bis Belma, seine Mutter, ihm eines Tages verbot, hinauszugehen. Minuten später schlug genau dort eine Granate ein.

„Meine Mutter hat mir das Leben gerettet“, erklärte der bosnische Stürmer, heute 40 Jahre alt und Kapitän von Bosnien und Herzegowina bei der Weltmeisterschaft. „Ich hatte wegen des Krieges keine Kindheit, aber all das hat mich stärker gemacht.“ Belma brachte es mit schneidender Präzision auf den Punkt: „Eine Granate schlug genau dort ein, wo Edin mit anderen Kindern spielte. Es gab Tote und Verletzte.“
