

Leandro Totti Cavazzola befand sich in Kuwait. Sein Patient war in Curitiba, Brasilien. Zwischen ihnen lagen 12.034 Kilometer, und dennoch operierte der Chirurg des Hospital de Clínicas de Porto Alegre einen Leistenbruch, als stünde er direkt neben dem Krankenhausbett.
Der Eingriff wurde am 23. September 2025 mit einem hochmodernen Operationsroboter durchgeführt, der über ein System gesteuert wurde, das Signale in Echtzeit entschlüsselt. Trotz der enormen Entfernung zwischen dem Chirurgen und dem Patienten verzeichnete die Verbindung eine durchschnittliche Latenz von 199 Millisekunden; das heißt, dies war die Verzögerung zwischen Cavazzolas Bewegungen und der Reaktion des Roboters, der seine Handlungen in Curitiba nachahmte. Am selben Tag geschah das Umgekehrte: Ein medizinisches Team reiste von Kuwait nach Curitiba und operierte ebenfalls aus der Ferne einen Patienten, der in ihrem Land geblieben war. Es war das erste Mal, dass robotische Telechirurgie am selben Tag in beide Richtungen funktionierte.
Guinness World Records bestätigte dies am 3. Oktober: Es handelt sich um die bislang über die längste Distanz durchgeführte Telechirurgie und übertrifft den bisherigen Rekord zwischen Casablanca und Shanghai. Hinter dieser Leistung stand Marcelo Loureiro, der Krankenhäuser, Ingenieure und Telekommunikationsteams auf zwei Kontinenten koordinierte, damit die Entfernung kein Hindernis mehr darstellt.

