Die Krallen hatten es bereits gepackt. Der Vogel flog bereits. Und trotzdem drehte dieses winzige Nagetier den Kopf und blickte direkt in die Linse.
Fotografin Sha Lu war genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort, als sie eines der eindrucksvollsten Wildtierbilder überhaupt aufnahm: ein winziges Beutetier, in der Luft schwebend, fest in den Krallen eines Raubtiers gehalten, die Augen auf die Kamera gerichtet. Die Szene dauert in Wirklichkeit nur den Bruchteil einer Sekunde, doch das Foto friert sie für immer ein.


Was das Bild wirklich schwer begreifbar macht, ist dieser Blick. Nicht zum Himmel, nicht zu seinem Fänger — zu dir. Als hätte es im brutalsten Chaos der Natur einen Moment der Ruhe gefunden, um durch die andere Seite der Linse hindurchzublicken.

