Ein Oktopus hat vor Millionen von Jahren Blind Dates erfunden, weil es ihn das Leben kosten könnte, seinem Partner zu nahe zu kommen

Por Aracely Molina
12 June, 2026

Stell dir vor, dein Partner könnte dich bei lebendigem Leib fressen, wenn du ihm zu nahe kommst. Männliche Oktopusse wissen das seit Millionen von Jahren, und ihre Lösung ist ebenso genial wie verstörend. 🐙

Eine in der Fachzeitschrift Science veröffentlichte Studie der Harvard University beschreibt detailliert, was der Kalifornische Zweipunkt-Oktopus (Octopus bimaculoides) zur Fortpflanzung tut: Er benutzt einen spezialisierten Arm, den sogenannten Hectocotylus, der das Weibchen über chemische Signale erkennt, ihren Eileiter in völliger Dunkelheit lokalisiert und sie befruchtet, ohne sie sehen oder berühren zu müssen. Der Trick funktioniert, weil dieser Arm über Rezeptoren namens CRT1 verfügt, die auf das vom Weibchen freigesetzte Progesteron reagieren. Kein Sichtkontakt. Kein Näherkommen. Kein Risiko, als Abendessen zu enden.

Der Forscher Nicholas Bellono, der die Studie leitete, beschreibt es unverblümt: Der Arm funktioniert wie eine Zunge, die die chemische Umgebung analysiert. Die Experimente wurden mit undurchsichtigen Barrieren und in völliger Dunkelheit durchgeführt, und der Arm fand trotzdem sein Ziel. Das Erstaunlichste daran: Diese Anpassung existiert bei keiner anderen bekannten Art. Oktopusse praktizieren seit Millionen von Jahren gesundes Distanzhalten, und erst jetzt beginnen Menschen, es zu verstehen. 🐙

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