
1,200 Mücken in einer Stunde. Das ist die Jagdquote einer Fledermaus mitten in der Nacht, und es ist nur die banalste Tatsache über ein Tier, das die Wissenschaft seit 50 Millionen Jahren überrascht.
Was die Fledermaus wirklich außergewöhnlich macht, befindet sich in ihrem Inneren. Das Fliegen treibt ihren Stoffwechsel auf Werte, die bei jedem anderen Säugetier massive Zellschäden durch freie Radikale verursachen würden. Dieses Problem haben sie schon vor Millionen von Jahren gelöst: Sie entwickelten eine vollständige Resistenz gegen diese Schäden, und das führte zu einem Immunsystem, das sie zu den einzigen Säugetieren macht, die nur selten Krebs entwickeln. Brandts Fledermaus zum Beispiel kann bis zu 41 Jahre alt werden. Ihre Flügel, mit fast denselben Gelenken wie eine menschliche Hand, führen Manöver aus, die keine Drohne nachbilden konnte. Und ganz nebenbei bestäuben sie Bananen, Mangos, Avocados und Agaven.
Deshalb untersuchen Wissenschaftler sie so genau: nicht als Bedrohung, sondern als Modell. Was dieses Tier durch die Evolution gelöst hat, könnte der Schlüssel sein, nach dem die Medizin seit Jahrzehnten sucht. 🦇
