
Ting Hung Kiong arbeitet als Pflegekraft in Malaysia, ist 63 Jahre alt und hatte nach eigener Darstellung nie Probleme mit dem Gesetz. Als sie am 17. Mai 2026 mit einem Emirates-Flug auf dem Murtala Muhammed International Airport in Lagos landete, durchsuchten NDLEA-Beamte ihr Gepäck und fanden 31 Kilogramm „Canadian Loud“ — eine synthetische Variante von Cannabis —, sorgfältig verteilt auf zwei große Reisekoffer.
Ihre Version ist konkret: Ihre Tochter bezahlte die gesamte Reise von Malaysia nach Thailand und dann nach Nigeria. Sie verbrachte zwei Wochen in Bangkok, bevor ihr direkt am thailändischen Flughafen jemand die Fracht übergab, damit sie sie an ihren Bestimmungsort bringe. Sie sagt, sie habe nicht gewusst, was sich darin befand. Die nigerianischen Behörden glaubten ihr nicht und nahmen sie in der Ankunftshalle von Terminal 2 fest.
Was bisher niemand beantworten konnte, ist, ob Ting Hung Kiong als Kurierin benutzt wurde, ohne es zu wissen — eine dokumentierte Taktik in internationalen Schmuggelnetzwerken — oder ob sie wissentlich an einer Operation teilnahm, die vier Länder umfasste. Die NDLEA hat nicht offengelegt, ob sich die Ermittlungen auch gegen die Tochter richten oder was der nächste juristische Schritt sein wird.
