Der dunkle Urin begann, als sie ein Kind war. Niemand schenkte ihm viel Aufmerksamkeit, bis sie sich im Alter von 40 Jahren aufgrund schwerer Arthritis, die nicht zu ihrem Alter passte, an beiden Beinen Hüft- und Kniegelenkersatzoperationen unterziehen musste.

Mit 65 kam sie wegen etwas anderem in ein Krankenhaus in Österreich: Beim Gehen war sie kurzatmig. Ärzte führten eine Echokardiografie und eine Katheteruntersuchung durch und stellten eine schwere Aortenstenose fest; ihre Herzklappe ließ kaum noch Blut hindurch. Sie unterzog sich einer Operation am offenen Herzen, um sie zu ersetzen.

Dann zeigte sich etwas, womit niemand gerechnet hatte. Beim Öffnen der Aorta sahen die Chirurgen eine intensive schwarze Pigmentierung und verkalktes Gewebe derselben dunklen Farbe, das die Klappe bedeckte. Die Mikroskopie bestätigte Ablagerungen eines braunen Pigments, das sich ihr ganzes Leben lang angesammelt hatte: Sie hatte Alkaptonurie, eine genetische Erkrankung, die so selten ist, dass sie nur 1 von 250,000 Menschen betrifft und die seit ihrer Kindheit, ohne dass sie es wusste, ihr Gewebe von innen verfärbt hatte. Drei Jahre nach der Operation ist sie weiterhin frei von Herzsymptomen.
