Eine 24-jährige Frau kam ins Krankenhaus, weil sie nicht mehr gehen konnte. Der Schmerz brannte von ihren Oberschenkeln bis zu ihren Füßen, und ihre Beine hatten ihre Farbe verändert, als würde etwas in ihrem Inneren sie langsam außer Funktion setzen.

Ärzte am Government Medical College in Thiruvananthapuram, Indien, fanden etwas, das sie im 21. Jahrhundert nicht erwartet hatten: Ergotismus, dieselbe Krankheit, die im Mittelalter „Höllenfeuer“ genannt und Flüchen oder Hexerei zugeschrieben wurde. Die tatsächliche Ursache war weitaus alltäglicher. Die Patientin nahm Ergotamin gegen ihre Migräne, und diese Substanz führte in Kombination mit ihren HIV-Virostatika dazu, dass sich die Arterien in beiden Beinen stark verengten.

Der im The New England Journal of Medicine veröffentlichte Fall endete damit, dass die Behandlung rechtzeitig erfolgte, um ihre Beine zu retten, nicht jedoch eine Zehe an ihrem linken Fuß, die bereits von Gangrän befallen war. Eine Erinnerung daran, dass selbst die gängigsten Medikamente gefährliche Kombinationen verbergen können.

