Eine junge Frau verschwand in Chile, und ihre Onkel werden beschuldigt, sie getötet zu haben: Die Staatsanwaltschaft untersucht Zahlungen für sexuelle Beziehungen mit seiner eigenen Nichte

Por Pablo Román
24 August, 2026

Der Fall von Makarena Tolosa, einer 29-jährigen Chilenin, die seit Mai vermisst wird, nahm eine beunruhigende Wendung, nachdem zwei ihrer Onkel festgenommen und wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an einer Entführung mit Todesfolge in Untersuchungshaft genommen wurden.

Doch die Ermittlungen sollen nicht nur klären, was mit der jungen Frau geschehen ist. Die Staatsanwaltschaft untersucht außerdem eine besonders verstörende Beziehung zwischen Makarena und einem ihrer Verwandten: Den im Rahmen der Ermittlungen vorgelegten Informationen zufolge soll der Mann seiner eigenen Nichte Zahlungen im Austausch für sexuelle Beziehungen mit ihr geleistet haben.

Dem Fallakt zufolge sollen ab 2025 49 Banküberweisungen von einem der Verdächtigen an Makarena getätigt worden sein. Die Staatsanwaltschaft betrachtet diese Transaktionen als einige der Aspekte, die geklärt werden müssen, um die Beziehung zwischen den beiden und das mögliche Tatmotiv festzustellen.

Makarena wurde zuletzt am 8. Mai in Pudahuel, Santiago de Chile gesehen, als sie sich mit ihren Onkeln traf. Überwachungskameras zeichneten die drei gemeinsam auf, bevor sie in einen Bus stiegen. Danach wurde sie nie wieder ausfindig gemacht.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden Männer entscheidende Informationen darüber haben, was in jener Nacht geschah. Bei den ersten Vernehmungen zeigten sie jedoch eine Haltung, die die Staatsanwaltschaft als geringe oder gar keine Kooperationsbereitschaft bezeichnete.

Nun haben beide eine andere Darstellung geliefert.

Einer der Onkel sagte, die drei seien gemeinsam aufgebrochen, Makarena habe jedoch beschlossen, sich von ihnen zu trennen und allein weiterzugehen: „Wir drei gingen zu Fuß los; irgendwann sagte Makarena, sie werde nach Pablo VI gehen, und ging weg“.

Der andere gab eine ähnliche Darstellung ab und sagte, Makarena „habe sich bereits zuvor an einer Ecke von ihnen getrennt“.

Die Staatsanwaltschaft hält diese Aussagen jedoch nicht für ausreichend, um zu erklären, was danach geschah.

Der Regionalstaatsanwalt für den Westen, Marcos Pastén, erklärte, dass die Verdächtigen „gelogen hätten“ und dass sie, statt zur Aufklärung der Tatsachen beizutragen, möglicherweise versucht hätten, für die Ermittlungen relevante Informationen zu verschleiern.

Die Hypothese der Ermittler lautet, dass die Furcht davor, dass die Familie die Beziehung zwischen Makarena und einem ihrer Onkel entdecken könnte, mit dem Verbrechen zusammenhängen könnte. Dies ist einer der Ermittlungsansätze, denen die Staatsanwaltschaft derzeit nachgeht.

Unterdessen wird die Suche nach der jungen Frau fortgesetzt. Die Ermittler haben sogar Ermittlungsarbeiten in Gebieten nahe dem Fluss Mapocho durchgeführt und dabei Hinweisen zu den Bewegungen der Verdächtigen nachgegangen.

Vorerst bleibt Makarena vermisst, und ihre beiden Onkel bleiben in Untersuchungshaft.

Der Fall wird weiterhin untersucht, und keiner der beiden ist wegen Mordes verurteilt worden.

Das große Rätsel ist nicht mehr nur, was in jener Nacht mit der jungen Frau geschah, sondern auch was hinter der seltsamen Beziehung stand, die laut Staatsanwaltschaft Zahlungen eines Onkels an seine eigene Nichte im Austausch für sexuelle Beziehungen mit ihr umfasste.

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