Sun Lifang wusste nichts über 3D-Animation. Doch ihr Sohn Xin Yumeng wollte einen Film machen, also setzte sie sich hin, um es von Grund auf zu lernen.

Fünf Jahre später brachten sie „Niu Lai“ am 5. August in die chinesischen Kinos – ohne Trailer oder Werbung und mit einer so groben Animation, dass das Internet den Film als „Katastrophenniveau“ bezeichnete.

Es gab Tage, an denen die gesamten Einnahmen an den Kinokassen kaum 25 Dollar erreichten. Memes verbreiteten sich rasch: gefälschte Poster, die den Film mit „Titanic“ verglichen, Spott über die Synchronisation und Forderungen an die Kinos, ihn aus ihrem Programm zu nehmen.

Und dann geschah, womit niemand gerechnet hatte: Die Neugier setzte sich durch. Die Menschen gingen ins Kino, nur um zu sehen, wie schlecht der Film wirklich war, und viele kamen heraus und verteidigten ihn als handgemachte, erfrischende Abwechslung inmitten so vieler KI-veredelter Animationsfilme.


Die Einnahmen stiegen innerhalb weniger Tage von etwa 1,300 Dollar auf mehr als 2 Millionen, und „Niu Lai“ konkurrierte schließlich ernsthaft mit Christopher Nolans „The Odyssey“. Die Macht einer Mutter und ihres Sohnes mit einer animierten Kuh.
