El Salvador hat ein 43-jähriges Verbot aufgehoben und erlaubt nun lebenslange Haft für Minderjährige bei schweren Straftaten

Por Rodrigo Martínez
13 August, 2026

Seit 1983 enthielt die Verfassung El Salvadors einen Satz, den niemand anrührte: Lebenslange Haft war verboten. An jenem Dienstag, dem 15. April 2026, strich Nayib Bukele ihn mit seiner Unterschrift.

Die Reform, die in der Legislativversammlung mit 59 von 60 möglichen Stimmen und ohne Ausschussdebatte verabschiedet wurde, erlaubt es, Jugendliche bereits ab 12 Jahren zu lebenslanger Haft zu verurteilen, wenn sie Mord, Femizid, Vergewaltigung oder Terrorismus begehen oder Banden angehören. Zuvor lag das Höchstmaß für einen Minderjährigen dieses Alters bei 10 Jahren Haft. Die Änderung tritt am 26. April in Kraft und sieht eine gerichtliche Überprüfung erst nach 25 Jahren Haft vor.

Minister Gustavo Villatoro bewarb die Maßnahme als Garantie dafür, dass diese Kriminellen keine Gefahr mehr darstellen werden. Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes und UNICEF reagierten mit „tiefer Besorgnis“. Zwischen den beiden Positionen bleibt eine Frage, die El Salvador bereits auf seine eigene Weise beantwortet hat: Gibt es Verbrechen, die so schwerwiegend sind, dass sie die Kindheit derjenigen auslöschen, die sie begehen?

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