Félix Batista wusste alles über Entführungen. Der 55-jährige Kubanoamerikaner hatte jahrelang für die Firma ASI Global über die Freilassung von Geiseln in Kolumbien und Mexiko verhandelt und dabei fast 100 Fälle gelöst.

Im Dezember 2008 reiste er nach Coahuila, um dieses Wissen kostenlos weiterzugeben: Am 9. hielt er in Torreón einen Vortrag, am 10. einen weiteren in Saltillo – beide richteten sich an Geschäftsleute und Sicherheitsbeamte, die sich vor der organisierten Kriminalität schützen wollten. Noch am selben Nachmittag erhielt er im Restaurant El Mesón Principal einen Anruf. Er stand vom Tisch auf, ging auf die Straße hinaus und stieg in ein Fahrzeug, in dem Fremde saßen. Es gab weder einen Kampf noch Schreie.

Das FBI und die mexikanischen Behörden wurden sofort benachrichtigt. Mehr als 15 Jahre sind vergangen, und seitdem hat niemand je wieder von ihm gehört. Der Mann, der anderen beibrachte, wie man nicht verschwindet, wurde zu dem Rätsel, das Coahuila nie lösen konnte.

