Er fragte ChatGPT, ob ein aktiver Haftbefehl gegen ihn vorliege, die KI sagte ihm nein, und er ging selbst nachsehen — direkt in die Zelle

Por Rodrigo Martínez
18 June, 2026

Gegen ihn lag ein Haftbefehl wegen nicht gezahlten Kindesunterhalts vor und er hatte eine sehr vernünftige Frage: War er noch aktiv oder bereits abgelaufen? Weniger vernünftig war, wen er fragte.

Der 44-jährige Mann aus Concepción in Argentinien entschied sich, vor dem nächsten Schritt ChatGPT zu konsultieren. Die KI informierte ihn mit der Selbstsicherheit, die sie auszeichnet, dass der Haftbefehl angesichts der seit seiner Ausstellung verstrichenen Zeit höchstwahrscheinlich nicht mehr aktiv sei. Zufrieden mit der Antwort tat der Mann, was jeder mit einer solchen Zusicherung tun würde: Er erschien persönlich in der öffentlichen Verteidigerstelle, um die formelle Aufhebung des Haftbefehls zu veranlassen. Am Empfang überprüften die Behörden seine Akte. Der Haftbefehl war so aktiv wie am ersten Tag. Sie nahmen ihn noch vor Ort fest.

Der Fall ereignete sich im Juni 2026 und fasst in einer einzigen Anekdote den teuersten Fehler zusammen, den jemand machen kann: ein System um Rechtsrat zu bitten, das mit aller Höflichkeit der Welt rechtliche Fakten halluziniert, ohne selbst irgendwelche Konsequenzen zu tragen. Für den 44-jährigen Mann waren die Konsequenzen sehr viel konkreter.

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