Er war zwei Tage alt, als man ihn in einem Rucksack unter einem Lastwagen fand. Mit 4 Monaten kam seine einzige Umarmung vom diensthabenden Arzt

Por Alexander López
6 August, 2026

Er war am 31. März geboren worden. Zwei Tage später steckte ihn jemand in einen Rucksack und ließ ihn unter den Rädern eines am Rand von La Vega Central in Recoleta, Santiago, geparkten Lastwagens zurück.

Er weinte nicht, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Er weinte, weil es das Einzige war, was er konnte.

Ein Passant hörte dieses Weinen. Die Carabineros wurden alarmiert. Die Beamten öffneten den Rucksack, und da war er: zwei Tage alt, unverletzt, noch ohne bekannten Namen, ohne jemanden.

Sie brachten ihn ins Krankenhaus Roberto del Río.

Vier Monate später gibt es ein Foto. Ein diensthabender Arzt hält ihn in seinen Armen. Das Baby ruht an dieser Brust mit dem absoluten Vertrauen derer, die noch nicht gelernt haben, zu misstrauen. Auf dem Bild ist keine Mutter. Es gibt keine Familie. Da ist ein Mann im weißen Kittel, der in diesem Moment alles ist.

Das ist es, was einen bricht. Nicht die Aussetzung, die ohnehin schon unerträglich ist. Sondern dieses Bild eines vier Monate alten Kindes, das lächelt, ohne zu wissen, was das Leben für ihn bereithielt.

Es gibt Fragen, die ein Foto nicht beantwortet. Aber es gibt Fragen, die ein Foto einen zu stellen zwingt.

Wer kümmert sich um diejenigen, die niemanden haben? 

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