Prichard Colón war 23 Jahre alt und hatte einen ungebrochenen Traum: 16 Kämpfe, 16 Siege, keine Niederlagen. Sie nannten ihn Digget. Er war panamerikanischer Jugendmeister gewesen und trainierte mit der stillen Gewissheit derjenigen, die wissen, dass sie es weit bringen werden.
Am 17. Oktober 2015 stieg er in Virginia gegen Terrel Williams in den Ring. Neun Runden später brach er in der Umkleidekabine zusammen.

Was danach kam, war kein Kampf von drei Minuten pro Runde. Es war ein zehnjähriger Kampf, ohne Glocke, ohne Ecke, ohne Publikum.
Sein Vater Richard ließ ihn keinen einzigen Tag los. 2021 ernannte ihn der World Boxing Council zum Ehrenchampion und überreichte ihm den grün-goldenen Gürtel, von dem er seit seiner Kindheit geträumt hatte. Prichard konnte ihn nicht mehr mit seinen Händen hochheben, aber er gehörte ihm.

Er starb am 13. August 2026 im Alter von 33 Jahren. Einer seiner letzten Wünsche war es, für einen Urlaub nach Puerto Rico zurückzukehren. Er schaffte es nicht rechtzeitig.
Manche Kämpfe enden, wenn die Glocke läutet. Andere beginnen genau dann, wenn die Welt glaubt, sie seien bereits vorbei.

