Gilberto Shedden, ein costa-ricanischer Fischer, besser bekannt als „Chito“, der mit einem 445 Kilogramm schweren Krokodil spielte und sogar seinen Kopf in dessen Rachen steckte.
Doch wie war es ihm möglich, mit einem so großen Tier zu spielen, ohne dass es ihm wehtat?

Chito fand das Krokodil 1989, als es kaum mehr als ein Baby war und mit einer Schusswunde am linken Auge am Ufer des Parismina-Flusses in Limón lag. Ein Rancher hatte auf es geschossen, weil es seine Kälber fraß; Chito lud es auf sein Boot, weil er dachte, er könne seine Haut verwerten, doch das Krokodil starb nicht.
Der Fischer war keineswegs verängstigt, sondern empfand so viel Mitgefühl für das Tier, dass er es behandelte und jeden Abend heimlich fütterte, ohne irgendjemandem zu sagen, wohin er ging. Im Laufe der Zeit gab er ihm einen Namen: Pocho.
Eines Nachts starrte das Tier ihn an, als würde es ihn einladen. Chito stieg ins Wasser und schwamm mit dem fast fünf Meter langen Krokodil, als wäre es ein Freund fürs Leben.


Von diesem Moment an waren sie beste Freunde, und der Fischer wurde zum einzigen bekannten Menschen auf der Welt, dem es gelungen war, zu „zähmen“, und zwar ein Krokodil.
Viele hielten ihn für verrückt, weil er seine Zeit mit einem so großen Tier verbrachte; aus Angst verließ ihn sogar seine Frau, doch Chito wusste, dass er das Richtige tat. Pocho und er hatten eine unzertrennliche Verbindung.
Im Juli 2000 filmte ein Fernsehsender sie zusammen, und die Geschichte verbreitete sich auf der ganzen Welt. Jeden Sonntag rollte sich Pocho” in einem kleinen See auf der Finca Las Tilapias auf den Rücken, hob seinen Schwanz und ließ Chito seinen ganzen Kopf in sein Maul stecken. Sie waren beste Freunde geworden.
11 Jahre später starb Pocho eines natürlichen Todes, im Alter von fast 60 Jahren. Am folgenden Sonntag tat der Fischer, was er noch nie für jemanden getan hatte: Sie hoben seinen Körper hoch”, sagte er. „Es gab immer Menschen, die, ohne Pocho zu kennen, etwas Außergewöhnliches aus ihm herausholten“.
