Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts schienen Röntgenstrahlen wie ein Wunder. Sie ermöglichten es, ohne Operation in den Körper zu sehen, doch niemand wusste, welchen Preis einige Pioniere dafür würden zahlen müssen.

Ärzte und Techniker arbeiteten stundenlang vor Geräten, die hohe Strahlendosen abgaben, und nutzten oft ihre eigenen Hände, um zu beweisen, dass das Gerät funktionierte. Ohne Schutz und ohne sich der Risiken bewusst zu sein, litten sie bald unter Verbrennungen, Geschwüren, dem Verlust von Fingern und sogar Amputationen.

Die eindrucksvollen Bilder schwer geschädigter Hände, die noch immer kursieren, erinnern an eine Zeit, in der die Wissenschaft schneller voranschritt als das Wissen über ihre Gefahren.

Dank dieser schmerzhaften Erfahrungen gibt es heute Bleischürzen, Expositionskontrollen und strenge Sicherheitsmaßnahmen, die Röntgenstrahlen zu einem unverzichtbaren und deutlich sichereren Werkzeug der modernen Medizin gemacht haben.
