In Quinchía hätte niemand erwartet, dass das Geben von Wasser an einen Hund zu einer Geldstrafe führen könnte.

Bürgermeister Jader de Jesús Clavijo Bañol schlug vor, diejenigen zu bestrafen, die fünf streunende Hunde füttern, die Nachbarn „die Serrucho-Bande“ nannten. Ihm zufolge jagen die Tiere Motorradfahrer und verursachen ein Problem für die öffentliche Gesundheit, weshalb die Lösung darin bestand, die Menschen ins Visier zu nehmen, die ihnen helfen, statt das zugrunde liegende Problem anzugehen.

Senatorin Andrea Padilla erwiderte unverblümt, dass die Maßnahme keinerlei Rechtsgrundlage habe, und die Abgeordnete Esmeralda Hernández ging noch weiter: Sie organisierte am 23. Juli direkt in Quinchía eine Fütterungsaktion für obdachlose Hunde und Katzen. Tierschutzorganisationen fordern bereits ein Eingreifen der Generalstaatsanwaltschaft, während der Bürgermeister darauf besteht, dass seine Worte so bearbeitet wurden, dass er schlecht dasteht. Die Frage, die in der Luft hängt, ist einfach: Seit wann braucht Solidarität eine Erlaubnis?

