1997 stellte sich ein norwegischer Mittelfeldspieler namens Alf-Inge Haaland Ronaldos, Romários und Roberto Carlos’ Brasilien entgegen und half, sie zu besiegen. Kurz darauf beendete ein zertrümmertes Knie seine Karriere vorzeitig. Er kehrte nach Hause zurück, nach Bryne, einer Stadt der Traktoren und des Regens, und trug eine unvollendete Fußballgeschichte mit sich.

Drei Jahre später wurde sein Sohn geboren. Sie nannten ihn Erling.
Der Junge wuchs in jener Stadt auf, in der nichts geschah, trat gegen den Wind der Nordsee gegen den Ball und hörte Geschichten von einem Land, das den Giganten einst ins Gesicht geblickt hatte. Norwegen hatte seit 1998 nicht mehr bei einer Weltmeisterschaft gespielt: Erling wartete darauf, buchstäblich, sein ganzes Leben lang.
Er formte sich selbst mit der Disziplin eines Mönchs: Er aß, schlief und trainierte wie ein Profi, noch bevor er überhaupt einer war. Man nannte ihn einen Roboter, einen Androiden, eine Maschine. Sie hatten das falsche Wort gewählt: Maschinen erben keine Schulden.
Letzte Nacht, in New Jersey, beglich er sie. Ein Kopfball und ein tödlicher Linksschuss, um Brasilien zu stürzen, Norwegen unter die acht besten Mannschaften der Welt zu bringen und seine Bilanz im Turnier auf sieben Tore zu erhöhen. Er gehört nun zu einem legendären Klub: Er ist erst der sechste Mann der Geschichte — der erste seit 53 Jahren —, der 50 Tore für seine Nationalmannschaft in weniger als 50 Spielen erreicht hat. Zu den anderen fünf gehören Puskás, Gerd Müller und Pelé.
Gegen Brasilien, wie sein Vater. Für seinen Vater. Der Fußball schuldete den Haalands ein Ende und brauchte neunundzwanzig Jahre, um es zu bezahlen.
Die Wikinger können nun in Frieden rudern: Die Geschichte ist vollendet.
