
Mehr als 13,000 Erwachsene wurden in einer Beobachtungsstudie analysiert, die 2022 unter dem Titel ‘Blue Hair and the Blues’ veröffentlicht wurde, und die Daten ergaben einen Befund, der seitdem in wissenschaftlichen Gemeinschaften und in den sozialen Medien Debatten ausgelöst hat: Personen, die unnatürliche Haarfarben verwenden – blau, grün, pink, lila – weisen statistisch höhere Raten von Depressionen und emotionaler Instabilität auf.
Am bedeutsamsten ist nicht die Zahl selbst, sondern dass die Korrelation auch dann bestehen blieb, nachdem die Forschenden Variablen wie Alter, Geschlecht, Lebensstil und demografischen Kontext berücksichtigt hatten. Das macht das Muster schwer als bloßen Zufall abzutun. Die Autorinnen und Autoren selbst betonen jedoch ausdrücklich eine grundlegende Trennlinie: Haarfarbe verursacht keine Depression. Was sie nahelegen, ist, dass das äußere Erscheinungsbild als Identitätsmarker fungieren könnte – als sichtbare Widerspiegelung innerer psychologischer Prozesse, von Persönlichkeitsmerkmalen oder bestimmter sozialer Kontexte.
Mit anderen Worten: Die Art und Weise, wie eine Person sich der Welt präsentiert, kann in bestimmten Fällen etwas darüber aussagen, wie sie sich innerlich fühlt. Die Studie warnt ausdrücklich vor Stigmatisierung: Ein statistischer Befund über eine breite Bevölkerung rechtfertigt es nicht, irgendeine einzelne Person zu beurteilen.
