In Nepal gibt es einen Tag im Jahr, an dem streunende Hunde aufhören, Streuner zu sein, und zu etwas Heiligem werden

Por Fernanda Saide
28 July, 2026

Es gibt einen Ort auf der Welt, an dem einmal im Jahr niemand auf einen Hund herabschaut. Nicht auf den Streuner, nicht auf den, der unter einem Marktstand schläft, nicht auf den, der in Uniform durch die Straßen patrouilliert. An diesem Tag sind sie alle gleich. Sie werden alle geehrt. 🐕✨

Es ist Nepal, und dieser Tag hat einen Namen: Kukur Tihar, der „Tag der Hunde“. Er ist Teil von Tihar, dem zweitwichtigsten Fest des Landes, fünf Tage, von denen jeder einem anderen Wesen gewidmet ist. Aber der zweite … der zweite ist nur für sie.

Schon früh füllen sich die Straßen mit einem Ritual, das wie direkt aus einer Legende wirkt: Girlanden aus orangefarbenen Ringelblumen um ihren Hals, ein rotes Tika auf ihre Stirn gemalt als Siegel des Segens und besonderes Futter, das ihnen von Hand gereicht wird, als würde man einem alten Freund danken. 🌼🔴

Denn für nepalesische Menschen ist ein Hund nicht nur ein Begleittier. Er ist ein Bote. Ein Wächter. Man glaubt, dass sie die Seele auf ihrer Reise ins Unbekannte begleiten, und ihre Treue ist so rein, dass sie ans Göttliche grenzt. Dieser Glaube reicht weit zurück; er erscheint sogar in alten heiligen Texten, in denen ein Hund der Einzige ist, der einem König bis zum Ende seiner Reise in den Himmel treu bleibt. Nicht einmal er kann ohne seinen Hund eintreten. So heilig ist diese Bindung. 🐾💫

Und das Schönste daran: An diesem Tag werden nicht einmal die Verlassensten ausgeschlossen. Freiwillige und Nachbarn gehen durch die Straßen und suchen nach obdachlosen Hunden, um ihnen eine Girlande umzulegen, sie zu füttern und ihnen in die Augen zu sehen, als wären sie für einen Moment die Hauptfiguren des Universums. Selbst Polizeihunde, Rettungshunde, jene, die ihr Leben für andere riskieren, erhalten zwischen Uniformen und Blumen ihre eigene Würdigung. 🌸🐕‍🦺

Es ist kein Märchen. Es ist nicht bloß eine hübsche Postkarte. Es ist ein ganzes Volk, das innehält, wenn auch nur für einen Tag, um sich daran zu erinnern, dass es Gefährten gibt, die man nicht mit Worten gewinnt, sondern durch beständige Präsenz. Dass es eine Art von Liebe gibt, die nichts als Gegenleistung verlangt und sich vielleicht gerade deshalb dem Wunderbaren so nahe anfühlt. 🙏💛

Denn manchmal steigt das Göttliche nicht unter Blitzen vom Himmel herab. Manchmal kommt es auf vier Beinen, wedelt mit dem Schwanz und wartet geduldig darauf, dass jemand es mit demselben Respekt ansieht, mit dem es uns bereits ansieht.

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