Joaquín Ketlun schaffte nie sein Debüt in der First Division. Er durchlief All Boys, Peñarol, U de Chile, Argentinos und Estudiantes de Caseros ohne großen Erfolg, bis er 2025 eine Entscheidung traf, die verrückt wirkte: Er hängte als Spieler seine Handschuhe an den Nagel und widmete sich der Analyse von Torhütern auf Instagram. Heute hat er mehr als 100 tausend Follower und ein virales Video über Cristiano Ronaldos Elfmeter.

Gustavo Alfaro sah ihn, vertraute ihm und nahm ihn kurz vor der Weltmeisterschaft 2026 in den Trainerstab von Paraguay auf, um Seite an Seite mit Diego „Pipa“ Carranza zu arbeiten. Am Montag, dem 29. Juni, in Boston wurde all diese Musteranalyse auf die Probe gestellt: Orlando Gill, 26, hielt zwei Elfmeter gegen Deutschland, darunter den von Kai Havertz, und besiegelte ein historisches 4-3.

„Gott sei Dank habe ich zwei Elfmeter gehalten, was entscheidend für die Qualifikation war“, sagte Gill danach. Paraguay wurde zur ersten Nationalmannschaft, die Deutschland in einem Elfmeterschießen bei einer Weltmeisterschaft ausschaltete. Und hinter dieser Leistung steht ein Typ, der vor einem Jahr Videos auf Instagram hochlud, ohne zu wissen, dass er dort landen würde.
