Halifax, Toronto und andere kanadische Städte haben eine Tradition, die sich jedes Mal wiederholt, wenn die erste große Kältewelle des Jahres eintrifft: Ganz normale Nachbarn hängen Mäntel, Schals und Handschuhe an Straßenbäume, damit jede obdachlose Person sie nehmen kann, ohne jemanden darum bitten zu müssen.

Was diese Geste besonders macht, ist nicht nur die Kleidung, sondern auch die kleinen Schilder, die an viele Kleidungsstücke genäht sind: „Ich bin nicht verloren, nimm mich, wenn dir kalt ist“. Dieser Satz soll dafür sorgen, dass sich die Person, die das Kleidungsstück braucht, nicht schämt, es zu nehmen. Es gibt keine Formulare, es gibt keine vermittelnden Organisationen, es gibt keine Bedingungen.

Die Initiative wächst mit jeder Welle extremer Kälte ganz spontan, und im Laufe der Jahre ist sie zu einem stillen Symbol dafür geworden, was eine Gemeinschaft tun kann, wenn sie beschließt, dass niemand auf der Straße frieren sollte, während andere zusätzliche Kleidung haben.
