Kate Winslet war erst zwölf Jahre alt, als ein Schauspiellehrer sie ansah und einen Satz sagte, den sie nie vergessen würde: „Du wirst eine Karriere haben, wenn du dich mit Rollen als dickes Mädchen zufriedengibst“.

In der Schule nannten sie sie dick. Sie sperrten sie in den Schrank für Kunstmaterialien. Sie verspotteten ihren Körper, während sie seit ihrer Kindheit davon träumte, Schauspielerin zu werden, inspiriert von Schwarz-Weiß-Fotos ihrer Großeltern auf einer Bühne.

Es war ihr nie wichtig, die Hauptrolle zu spielen. Sie wollte einfach nur schauspielern. Doch das Mobbing hinterließ Spuren: Zwischen 15 und 19 machte sie ständig Diäten. Mit 19 aß sie kaum noch. Sie selbst bezeichnete es als eine ungesunde Zeit, die sie bereut.

Mit 16 verließ sie die Schule. Etwa zur gleichen Zeit bekam sie ihre erste Filmrolle in Heavenly Creatures. Dann kam Titanic. Dann The Reader. Dann ein Oscar, sieben Nominierungen, zwei Emmys, fünf BAFTAs, fünf Golden Globes.

Jahrzehnte später, als sie ihr Regiedebüt bewarb, erinnerte sich Kate an diesen Satz ihres Lehrers und antwortete ohne Groll, mit der Ruhe einer Person, die nichts mehr beweisen muss: „Schaut mich jetzt an. Es ist schrecklich, was Menschen Kindern sagen“.

Sie veränderte ihren Körper nicht, um erfolgreich zu sein. Sie veränderte die Geschichte dessen, was dieser Körper erreichen konnte.
