Heutzutage sieht man Bikinifotos, und fast alles scheint so gestaltet zu sein, dass der Körper nicht eine einzige Spur, nicht eine einzige Falte hat, nichts, was aus der perfekten Pose herausfällt. Die Taille muss auf eine bestimmte Weise aussehen, die Haut darf kaum irgendeine Textur haben, und selbst die Art zu stehen wirkt berechnet, um jedes kleine Detail zu verbergen.
Deshalb wirkt dieses Bild von Marilyn Monroe so anders. Sie trägt einen Bikini, ist wunderschön, hat echte Kurven und wirkt dabei nicht unwohl. Es gibt keine erzwungene Pose, um schmaler auszusehen, und auch keine offensichtliche Absicht, ihren Körper zu verstecken. Sie ist einfach da, selbstbewusst, feminin und mit einer Schönheit, die nicht so viele Erklärungen brauchte.

Das Foto wurde 1951 von Anthony Beauchamp aufgenommen, als Marilyn in einem gelben Bikini posierte. Damals gab es diese Besessenheit, alles so lange zu bearbeiten, bis der Körper fast plastisch aussieht, noch nicht. Marilyn hatte keine definierten Bauchmuskeln oder diese bis auf den Millimeter geformte Figur, die heute so oft verlangt wird, aber sie hatte Ausstrahlung, Selbstvertrauen und eine natürliche Schönheit, die schwer vorzutäuschen war.

Sie wirkt entspannt, steht zu ihrem Körper, mit kleinen Röllchen, Weichheit und null Absicht, etwas zu verstecken. Und auch das ist ein Teil dessen, was sie so magnetisch machte. Sie schien nicht um Erlaubnis zu bitten, sexy auszusehen, oder zu versuchen, in eine perfekte Version ihrer selbst zu passen.

Marilyn galt schließlich gerade mit diesem echten Körper, mit natürlichen Kurven und ohne Filter als eine der sexiesten und unvergesslichsten Frauen der Welt. Und vielleicht funktioniert dieses Foto deshalb auch nach so vielen Jahren noch: weil es uns daran erinnert, dass Sinnlichkeit nicht immer bedeutet, makellos auszusehen, sondern sich wohl dabei zu fühlen, den eigenen Raum einzunehmen.
