Navarti strickt mit den Händen, die einst einen Bären einkleideten.

Ihr Mann war ein Kalandar, einer jener Männer in Indien, die Bären für ein paar Münzen tanzen ließen, bis diese Praxis verboten wurde und das Familiengewerbe plötzlich verschwand. Sie brauchte Arbeit. Sie fand etwas Besseres: einen Sinn.

In Mathura, am Ufer des Yamuna-Flusses, beherbergt das Wildlife SOS Elephant Conservation and Care Centre rund 20 Elefanten, die aus Zirkussen und Tempeln gerettet wurden – Tiere, deren Beine die Spuren jahrelanger Ketten und Schläge tragen. Viele leiden unter Arthritis und Gelenkschmerzen, die die Kälte in Uttar Pradesh, wo die Temperaturen auf bis zu 5 oder 6 Grad sinken können, unerträglich macht. Dann hatte Kamini Chander, Beraterin der NGO, eine Idee: Frauen wie Navarti dazu aufzurufen, maßgeschneiderte Pullover für sie zu stricken.

Jedes Kleidungsstück wiegt etwa 4 Kilo Wolle und erfordert bis zu einen Monat Arbeit von mehreren Strickerinnen, sechs oder sieben Händen, die zusammennähen, was Bauch, Hals, Rücken und Beine eines Tieres bedecken wird, das nie darum gebeten hat, in Gefangenschaft geboren zu werden. Das Ergebnis sind farbenfrohe Riesen, die von Frauen warm gehalten werden, die sich eines Tages ohne Gewerbe wiederfanden und nun Faden für Faden die Gesundheit derjenigen erhalten, die es am dringendsten brauchen.

