Omar Reda, ein 32-jähriger libanesischer Fotograf, reiste ins Omo-Tal in Äthiopien, um die Stämme der Hamar, Dassanech und Mursi kennenzulernen. Die Mursi sind für den Teller bekannt, den die Frauen in ihre Unterlippe einsetzen.

Laut Reda soll der Ursprung des Brauchs mit der Sklaverei zusammenhängen: „„Mädchen verformten sich selbst, um nicht als Sklavinnen ausgewählt zu werden. Sie beginnen mit einem kleinen Teller, und ihnen werden die beiden unteren Zähne entfernt“, sagte er der Daily Mail. Die Vorstellung war, dass die Teller sie für Sklavenhalter weniger attraktiv machen würden.

Diese Erklärung wird der Tradition zugeschrieben, ist aber keine erwiesene historische Tatsache: Andere Quellen verorten die Ursprünge in der Kolonialzeit oder bringen den Brauch mit Mitgift und sozialem Status in Verbindung. Was der Bericht tatsächlich beschreibt, ist die heutige Bedeutung: Der Teller ist zu einem Symbol für Schönheit geworden, und je größer der Teller, desto schöner gilt eine Frau.

