Diane Sheehan war 22 Jahre alt, als sie im September 1976 in einem Krankenhaus in Australien ihr Kind zur Welt brachte.

Sie konnte ihr Baby nie im Arm halten. Man sagte ihr, er sei wenige Minuten nach der Geburt gestorben, und zutiefst erschüttert unterschrieb sie, was sie für Entlassungspapiere des Krankenhauses hielt, bevor sie mit leeren Händen nach Hause zurückkehrte. 42 Jahre lang trug sie diese Trauer mit sich, ohne zu wissen, dass sie tatsächlich ihren Sohn zur Adoption freigegeben hatte.

Alles änderte sich 2018, als ein Mann ihr schrieb, weil er glaubte, sie könnte seine leibliche Mutter sein. Ein DNA-Test bestätigte es: Der Sohn, den sie mehr als vier Jahrzehnte lang betrauert hatte, lebte. Ihre Geschichte enthüllte schließlich eine systematische Praxis in Australien, bei der schätzungsweise 250.000 ledige Mütter zwischen den 50er- und 70er-Jahren dazu gedrängt oder getäuscht wurden, ihre Babys abzugeben. 2013 entschuldigte sich die damalige Premierministerin Julia Gillard offiziell für das Leid, das ganze Generationen von Familien betroffen hatte.

