Xana Kernodle konnte nicht länger für sich selbst sprechen. Doch ihre Mutter konnte es, und sie entschied sich, dies vor dem Mann zu tun, der sie ihr für immer entrissen hatte.

Bei der Anhörung zur Urteilsverkündung gegen Bryan Kohberger, den 30-jährigen ehemaligen Doktoranden, der gestand, vier Studierende an der University of Idaho ermordet zu haben, trat Xanas Mutter in den Zeugenstand. Sie bat nicht um Rache. Sie sagte, ihre Tochter sei „innen wie außen wunderschön“ gewesen und ihr Licht werde in jedem Herzen weiterleben, das sie gekannt habe. Und dann sah sie den geständigen Mörder an und bot ihm etwas an, das niemand erwartet hatte: Vergebung.

Sie sagte, dass Xana es gewesen sei, die sie unwissentlich Jesus Christus nähergebracht habe, und dass es eben dieser Glaube sei, der es ihr nun ermögliche, jemandem zu vergeben, der nie Reue gezeigt habe. Sie flehte Kohberger an, Christus anzunehmen, bevor es zu spät sei. In einem Gerichtssaal, in dem über ein Verbrechen gerichtet werden sollte, beschloss eine Mutter, dass Hass nicht das letzte Wort haben würde.
