2019 löste der Rapper T.I. enorme Kontroversen aus, als er sagte, dass er seine Tochter Deyjah Harris zum Gynäkologen brachte, um zu überprüfen, ob ihr Hymen „intakt“ geblieben war und somit zu erfahren, ob sie noch Jungfrau war. Deyjah war damals 18 Jahre alt und begann gerade ihr Studium.
T.I. selbst sagte, dass diese Besuche jährlich stattfanden und dass er sogar dafür sorgte, dass seine Tochter den Arzt dazu ermächtigte, Informationen aus dem Termin mit ihm zu teilen. Er erzählte auch, dass er ihr, nachdem Deyjah 16 geworden war, einmal eine Notiz hinterließ, in der er sie darüber informierte, dass sie am nächsten Tag einen Termin beim Gynäkologen hatte.

Das Problem ist, dass die von ihm beschriebene Methode nicht beweisen konnte, was er beabsichtigte. Die Weltgesundheitsorganisation erklärt, dass es keine Untersuchung gibt, die feststellen kann, ob eine Frau Geschlechtsverkehr hatte, und dass auch das Aussehen des Hymens dies nicht beweisen kann. Die WHO betrachtet sogenannte „Jungfräulichkeitstests“ als eine Praxis ohne wissenschaftliche Grundlage, die schädlich ist.

Die Kontroverse wirkte sich letztlich direkt auf Deyjah aus. Später sagte sie, dass sie durch Twitter von den Aussagen ihres Vaters erfahren habe und sich überrascht, verletzt, wütend und beschämt gefühlt habe. Sie beschrieb die Situation auch als „ein wenig traumatisch“ und erklärte, dass sie sich unwohl fühlte, mit ihrem Vater zusammen zu sein, nachdem alles öffentlich geworden war.

T.I. versuchte später, seine Worte bei Red Table Talk zu erklären. Er sagte, dass er einige seiner Aussagen übertrieben habe und viele Menschen sie wörtlich genommen hätten. Er behauptete außerdem, seine Absicht sei gewesen, seine Tochter zu schützen.

Die Episode, die später als „Hymen-gate“ bekannt wurde, löste letztlich eine viel breitere Diskussion aus: Wie weit darf ein Vater gehen, um seine Tochter zu schützen, und wann wird diese Fürsorge zur Kontrolle über ihre Privatsphäre?
