Die Haut dieses Patienten erzählte eine Geschichte, noch bevor er sie erklären konnte. Über seinen Bauch zog sich ein netzartiger Ausschlag: eine Landkarte aus rötlichen und braunen Tönen, die genau dem Muster der oberflächlichen Blutgefäße folgte, als hätte jemand ein Netz in seine Dermis geätzt. Die Diagnose lautete Erythema ab igne, eine Erkrankung, die durch wiederholte und längere Einwirkung mäßiger Wärmequellen verursacht wird, die keine Verbrennungen hervorrufen, aber dennoch Schäden verursachen.

Der Mechanismus ist still und kumulativ. Anhaltende Wärme baut die elastischen Fasern der Dermis ab, erweitert die Kapillaren und verursacht eine Ablagerung von Hämosiderin, die die Haut dauerhaft verfärbt. In diesem Fall hatten chronische Bauchschmerzen den Patienten dazu veranlasst, über Monate hinweg Wärmflaschen oder Heizkissen direkt auf die Stelle zu legen, um Linderung zu suchen. Das Ergebnis war dieses retikulierte Muster, das Dermatologen sofort erkennen.

Was Erythema ab igne klinisch relevant macht, ist nicht nur das Bild, sondern auch das, was es impliziert: Bei älteren Menschen oder Personen mit nicht diagnostizierten chronischen Schmerzen kann dieser Ausschlag das erste sichtbare Anzeichen einer ernsthaften zugrunde liegenden Pathologie sein, einschließlich abdominaler Raumforderungen oder chronischer Pankreatitis. Die Haut fungierte in diesem Fall als unfreiwilliger Marker für etwas, das der Patient schon seit einiger Zeit ignoriert hatte.


