Ein 55-jähriger Mann stellte sich bei einem Augenarzt mit etwas vor, das eindeutig schien: einem weißen Meniskus im unteren Teil beider Augen, typisch für eine als Hypopyon bezeichnete Infektion. 👁️

Doch etwas passte nicht zusammen. Der Patient hatte bereits eine komplizierte Krankengeschichte: Gaucher-Krankheit und B-Zell-Lymphom. Als die Ärzte eine Probe des Kammerwassers zur Analyse entnahmen, war die Überraschung vollkommen: Es handelte sich nicht um weiße Blutkörperchen, die eine Infektion bekämpften; es waren Lymphomzellen, die unbemerkt in seine Augen eindrangen.

Der Fall, der 2010 im Journal of Neuro-Ophthalmology veröffentlicht wurde, beschreibt dieses Phänomen als „Pseudohypopyon“: eine nahezu perfekte Maske, mit der Krebs sich als etwas viel Einfacheres tarnen kann. Trotz einer sofort eingeleiteten intensiven Chemotherapie starb der Patient nur 14 Wochen nach dieser Entdeckung. 💔

