Djanaya Hampton wollte ihren 29. Geburtstag feiern, indem sie die Lichter des Eiffelturms bestaunte. Es war Mai 2025, und sie reiste allein aus Perth an. Also beschloss sie, im Park ein Picknick zu machen und auf den Einbruch der Dunkelheit zu warten.

Gegen 20:00 setzten sich zwei junge Männer neben sie. Einer lächelte sie an und fragte, mit wem sie reise, wo sie untergebracht sei und ob sie einen Freund habe. Sie sagte, eine Freundin warte im Hotel auf sie, doch er bestand darauf, dass sie mit zu einer Party käme. Obwohl er gut aussah, kannte sie ihn nicht, und schlimmer noch: Seine Hartnäckigkeit und die sehr persönlichen Fragen erinnerten sie an den Film „96 Hours“ von 2008, in dem zwei junge Frauen in Paris von einem Menschenhändlerring entführt werden, nachdem ein scheinbar freundlicher Fremder herausfindet, wo sie untergebracht sind.
Als sie aufstand, packte der Mann sie, um ein Foto zu machen. Während sein Freund mit dem Handy ein Bild aufnahm, bedeckte Djanaya ihr Gesicht, doch da war es bereits zu spät. Sie beobachtete, wie die beiden mit etwas Geld auf einen Verkäufer zugingen und anfingen, auf sie zu zeigen.
„Mir wurde ganz flau“
Sie rief ihre beste Freundin an, die sie am Telefon anleitete und 40 Minuten lang in einem Restaurant auf sie wartete. Dann stieg sie in den Zug, weil sie glaubte, in Sicherheit zu sein, doch plötzlich stiegen die beiden Männer in den Waggon, zusammen mit fünf weiteren Männern und zwei Frauen. Eine Stimme sagte: „Ja, sie ist hier“.
Djanaya wusste, dass ihr Leben in Gefahr war, und beschloss deshalb, an der überfüllten Station Notre-Dame auszusteigen. Als alle ihr folgten, stieg Djanaya wieder in den Zug. Und obwohl es ihr gelang, einige von ihnen abzuschütteln, holten andere sie ein und umringten sie.
Djanaya brach in Tränen aus. Sie war sich sicher, dass sie ihren Geburtstag nicht mehr erleben würde.
Da kam ein Fahrgast zurück. Er fragte, ob es ihr gut gehe, und ihre Freundin, die noch am Telefon war, erklärte ihm, was gerade passierte. Dem Bericht zufolge war er Sicherheitsmitarbeiter. Also legte er ihr seine Jacke um die Schultern, umarmte sie und bat sie, dicht bei ihm zu bleiben. Anschließend begleitete er sie zu einem Uber.
Am nächsten Tag buchte die australische Botschaft ihren Rückflug und sagte ihr, sie habe richtig gehandelt, als sie die Polizei nicht informierte, da diese manchmal mit solchen kriminellen Gruppen in Verbindung stehe und sie bereits auf der schwarzen Liste stehen könnte – das hieß, dass schon ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt war. Die junge Frau kam mit dem Leben davon, aber heute sagt sie, sie werde sich von ihrer Angst nicht vom Reisen abhalten lassen.
