Lenny Ruiz Fernández war 38 Jahre alt und hatte einen Hund namens Salomón. Sie lebte in Cali, obwohl sie in Pasto geboren wurde, und am zehnten August spaltete sich der Boden in Kolumbien entzwei.
Das Gebäude Ana Pilar im Viertel Cuarto de Legua stürzte ein, wie alles, was nicht auf ein Erdbeben der Stärke 7.4 vorbereitet war. Lenny wurde unter dem Beton eingeschlossen. Salomón auch.

Rettungskräfte des Zivilschutzes gruben stundenlang. Als sie sie schließlich erreichten, atmete Lenny nicht mehr. Doch unter ihrem Körper, in ihren Armen, war Salomón noch am Leben.
Niemand kann mit Sicherheit sagen, was in den Sekunden geschah, bevor alles einstürzte. Doch das Ergebnis spricht für sich: Sie lag oben und deckte ihn zu. Er lag darunter, geschützt.

Lenny arbeitete auch für den Tierschutzrat von Pasto. Es war kein Zufall, dass ein Hund durch ihre Umarmung gerettet wurde. Es war vielleicht die Gewohnheit eines Lebens, das der Fürsorge für jene gewidmet war, die nicht für sich selbst sorgen können.

Heute wird Salomón medizinisch versorgt. Er frisst, läuft, beginnt von vorn. Und jedes Mal, wenn jemand seine Geschichte erzählt, erzählt er in Wahrheit ihre: die einer Frau, die selbst dann, als die Welt über ihr zusammenbrach, denjenigen, den sie liebte, nicht losließ.
Es gibt Umarmungen, die einen aufrecht halten. Lennys jedoch erhielt ein Leben.
