Hilario Reynosa hat Arme, die von der Sonne und den Jahren gezeichnet sind. Als das Wasser in sein Zuhause im Viertel Morelos von Poza Rica, Veracruz, Mexiko, eindrang, waren diese Arme das Einzige, was auf der Welt noch festen Halt bot.
@yazz_zz Gracias a la gente que compartió y no dejó de compartir, lograron rescatar a los abuelitos atrapados en la inundación de hoy💗🙏🏽
♬ sonido original – Yazmini
Der Fluss Cazones war Mitte Oktober 2025 über die Ufer getreten. Die Strömung riss Möbel, Dächer, Fotografien, Kleidung und die Hoffnung fort, die viele Familien über Jahre hinweg aufgebaut hatten. Damals bat Hilario seine Frau Elodia Reyes, die nicht schwimmen konnte, sich an seinem Hals festzuhalten. Es gab keinen anderen Weg, voranzukommen.
Sie erreichten den höchsten Punkt und blieben dort, einander umarmend und wartend. Sie wussten nicht, wie viel Zeit vergehen würde, aber wenn einer starb … starben sie beide.

Das Foto dieser beiden Körper, die sich aneinanderklammerten, mit braunem Wasser bis zur Hüfte, ging um die Welt. Agenturen wie AFP und internationale Medien bestätigten, dass sie es waren, an diesem Ort, an jenem Tag. Sie hatten fast alles Materielle verloren.
Ein Nachbar fand sie Stunden später und holte sie mit einem Ruderboot heraus.

Was damals niemand sagte, war, dass Elodia am 27. Oktober starb, nur wenige Tage nachdem das Bild viral gegangen war. Sie wurde in Naranjos Amatlán beerdigt, mehr als hundert Kilometer von dem Zuhause entfernt, das nicht mehr existiert.
Hilario, der 26 Jahre mit seiner Frau verheiratet gewesen war, blieb nur dieses Foto, wie ein Mensch, der sich an das Einzige klammert, das ihm das Wasser nicht nehmen konnte. Der Beweis dafür, dass sie sich bis zum Ende an ihm festhielt und er sie nicht losließ.
